![]() Blick vom Waldrand auf den Weiler Scheinbuch |
Die Geschichte des Bauernhofes Stamm ist eng verbunden mit der Geschichte des Hofgutes Scheinbuch, welches früher auch als Skaginbuoch, Schaibuch oder Schaypuch bezeichnet wurde. Der Weiler Scheinbuch liegt auf der Gemarkung von Deisendorf, welches seit 1974 zur Stadt Überlingen am Bodensee gehört. |
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Der Bauernhof Stamm liegt eben in diesem kleinen
Weiler Scheinbuch, welcher 1139 als Hofgut erstmals urkundlich erwähnt
ist. Er war damals im Besitz des Edelmannes Engelhart von Nussdorf,
und bildete zusammen mit Deisendorf ein Amt des Spitals Überlingen.
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Im Laufe der Geschichte wechselte Scheinbuch mehrmals seinen Besitzer. Genannt werden in diesem Zusammenhang u.a. Kloster Salem (1140), Hugo von Langenstein, Abt Heinrich von Reichenau (1211), Berthold von Steuffen oder Albert von Rengoldshausen (1221). Letzterer bedingte sich beim Verkauf aus, dass jährlich am Grabe seines Vaters in Salem eine Kerze zu brennen habe. |
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Die drei alten Häuser in Scheinbuch bildeten bis ins 19. Jahrhundert ein Hofgut, bestehend aus Wirts- und Wohnhaus, Scheuer und Knechts- und Lagerhaus. Nach dem An- und Verkauf zweier jüdischer Brüder, erfolgte 1835 die Aufteilung der Scheinbucher Güter: Im Wirts- und Wohnhaus war im 18. Jahrhundert eine "Wirtschaft zum Einhorn". Ein Niedermann erwarb das Wirtshaus, welches nach seinem Tod 1881 in den Besitz der Familie Rauch gelangte. Über der Haustüre prangte, bis zur Renovierung 1920, der Spruch Kommt herein, man schenkt dem Gast ein gutes Glas Wein Seit 1988 bewirtschaften Hubert & Edeltraud Rauch den Obsthof Rauch, und betreiben einen kleinen Hofladen, in welchem "edle Tropfen" aus eigener Brennerei angeboten werden. |
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An die Scheuer wurde 1836 von Martin Kessler ein Wohnhaus angebaut. Am Haus ließ er damals den folgenden Spruch anbringen: Herr des Himmels und der Erde Otto Rimmele kaufte 1926 von Julia Stierle das Anwesen, welches 1945 durch Brandstiftung völlig abbrannte. 1967 übernahmen Theresia (geb. Rimmele) & Friedrich Sprissler den Hof. Seit 1990 bewirtschaften Ulrike (geb. Sprissler) & Volker Stamm nun in dritter Generation den Bauernhof Stamm, welcher inzwischen auch Feriengästen ein Domizil bietet. |
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Das Knechts- und Lagerhaus war einst im Besitz von Maria Franziska Rist, die als Näherin in einem kleinen Zimmer der ehemaligen Scheuer gewohnt haben soll. Als Besitzer folgen Theresa Rauch, Eva Heuberger und Maria Niedermann, die 1883 Sigmund Oexle heiratete. In dieser Zeit sollen im Garten hinter dem Haus Ziegel gebrannt worden sein. Seither bewirtschaftet die Familie Oexle den Hof. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das ehemalige Knechtshaus umgebaut. Die Landwirtschaft wurde in den sechziger Jahren aufgegeben. |
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